Das Kreuz

Das Wandkreuz in der Kirche wurde von  Omi Riesterer, einem Karlsruher Künstler, im Jahre 2003 gestaltet. 

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Dieses  Kreuz will die Aufmerksamkeit seiner Betrachter auf Folgendes lenken:

Das Kreuz, das Symbol des Todes, ist leer – ohne Corpus. Denn nach Karfreitag kommt Ostern, nach dem Tod die Auferstehung zum Leben.

Das Kreuz Christi ist deshalb auch immer Lebensbaum.

Schon Künstler des Mittelalters haben ja diesen Gedanken ins Bild gesetzt. Sie ließen  auf ihren Kreuzesdarstellungen junge Sprosse mit frischen Blättern aus dem Holz sprießen. Das Kreuz Christi als Lebensbaum. Als Baum, der gute Früchte bringt.

Und genau das will auch unser Kreuz durch seine spezielle Gestaltung – Bronze in eine Form aus mit Wachs behandeltem Stoff gegossen – zum Ausdruck bringen.

Das Kreuz hat damit  eine Oberfläche erhalten, die in „Bewegung“ ist, in der „Leben“ steckt, die nicht starr ist, wie totes Holz, sondern Lebendigkeit ausstrahlt, Bewegung, Veränderung, Leben!

Das Kreuz also auch und gerade als Symbol des Lebens.

Und noch etwas  spiegelt sich in diesem Kreuz wider. Es hat helle und dunkle Stellen. Licht und Dunkel fließen ineinander über, wechseln sich ständig ab. Das Dunkel steht für unsere Schuld. Es erinnert uns daran, was der Mensch dem Menschen antut.
Wohin mich meine Ichbezogenheit und damit meine Ferne von Gott führt.
Das Kreuz weist uns auf die Dunkelheiten und Schattenseiten unseres Lebens hin.
Doch das Kreuz erinnert uns  auch daran: Gott befreit uns von der Schuld.
Und damit zu einem Leben in Liebe. Zu einem Leben, das sich in Beziehung weiß zu Gott und zu den Menschen. Zu einem Leben, das im Miteinander und Füreinander seine Erfüllung findet.

Gott befreit uns zu einem Leben aus dem Licht. Es ist das Licht der Auferstehung.
Es ist das Licht des neuen Menschen, des Menschen, der unsere eigentliche Bestimmung ist. Des Menschen, dessen Angesicht wir im Angesichte Jesu erblicken.

Heute noch sind wir beides: der alte und der neue Mensch.
Heute noch bestimmt unser Leben beides: Schuld und Liebe, Dunkelheit und Licht. Deshalb der ständige Wechsel von Hellem und Dunklem, von Licht und Schatten  auf der Oberfläche des Kreuzes. Wir sind in unseren Dunkelheiten verfangen. Doch Gottes Vergebung schenkt uns Licht, erleuchtet und erhellt uns und zeigt uns neue Wege auf.

Wir sind im Tod verfangen. Doch Gott schenkt uns die Auferstehung zum Leben. Zu einem Leben in Liebe, heute. Und morgen zu einem Leben in seiner Ewigkeit.

Daran erinnert uns dieses Kreuz.